PUNSCHZEIT
öffnen
____________________________________________________________
ICH WOHNE IN EINEM NEUEN LEBEN (c) 2003 Leopold Zillinger
öffnen
____________________________________________________________
ADPFENT (ein Schüleraufsatz)
Der Adpfent ist die schönste Zeit im Winter. Die meistn Leute haben im Winter eine Grippe. Die ist mit Fieber. Wir haben auch eine, aber die ist mit Beleuchtung. Drei Wochen vorm Christkindl stellt der Papa die Krippe im Wohnzimmer auf und meine kleine Schwester und ich dürfen dabei helfen. Viele Krippen sind fad, unsere aber nicht, weil wir haben mords tolle Figuren drin.
Ich hab einmal den Josef und das Christkindl aufn Ofen gestellt, damit sie es schön warm haben und es war ihnen zu heiß. Das Christkindl ist ganz schwarz wordn und den Josef hats zrissen. Ein Haxn von ihm ist bis in den Keksteig gflogen und es war kein schöner Anblick. Meine Mama hat ma a Fotzn gegeben und gesagt, dass net amal de Heiligen vor meiner Blödheit sicher san. Wenn Maria ohne Mann und ohne Kind herumsteht, schaut des net guat aus.
Aber ich habe Gottseidank viele andere Figuren und der Josef ist jetzt der Donald Duck. Als Christkindl wollt ich den Asterix nehmen, weil der als einziger so klan ist, dass er in den Futtertrog passt. Da hat aber meine Mama gsagt, da Asterix is koa Christkindl net, da is des schwarze Christkindl noch gscheiter. Es ist zwar verbrannt, aber immerhin a Christkindl. Hinterm Christkindl stehen 2 Oxn, ein Esel, ein Nilpferd und ein Brontosaurier. Das Nilpferd und den Saurier habe i hingestellt, weil das de Oxn und der Esel net so allein san.
Links neben dem Stall kommen gerade die heiligen drei Könige daher. Ein König ist dem Papa im letzten Adpfent beim putzen abigefallenn und er war dodal hin. Jetzt haben wir nur mehr zwei heilige Könige und einen heiligen Batman als Ersatz. Normal haben die heiligen Könige eine Haufen Zeug fürs Christkindl dabei, nämlich Gold, Weihrauch und Püree. Von den unseren hat einer stattn Gold a Kaugummipapierl dabei, des glänzt a so schen. Der andere hat a Malboro in der Hand, weil wir keinen Weihrauch haben. Aber die Malboro raucht auch schön, wenn man sie anzündet. Der heilige Batman hat a Pistoln dabei. Des is zwar kein Geschenk fürs Christkindl, aber er kann es vorm Saurier beschützen. Hinter den drei Heiligen sind ein paar rothäutige Indianer und ein kaasiger Engel. Dem Engel fehlt ein Fuß, darum haben wir ihn auf ein Motorad gesetzt, damit er sich leichter tut. Mit dem Mitorrad kann er fahren, wenn er nicht gerade fliegt.
Rechts neben dem Stall haben wir ein Rotkäppchen hingestellt. Sie hat eine Pizza und drei Flaschen Gösser für die Oma dabei. Einen Wolf haben wir nicht, darum lurgt hinterm Baum eine Sau als Ersatzwolf hervor.
Mehr steht in unserer Krippe nicht. Aber das reicht voll. Am Abend schalten wir die Lampen ein und dann erst ist unsere Krippe richtig schön. Wir sitzen so herum und singen Lieder vom Adpfent. Manche gefallen mir, aber die meisten sind mir zu fad. Mein Opa hat mir ein Lied vom Adpfent gelernt, das geht so:
"Adpfent, Adpfent, da Obstla brennt.
Erst saufst oan, daun zwoa, drei oder vier,
daun haut's de mit da Birn aufd Tür!"
Obwohl dieses Gedicht recht schön ist, hat Mama gesagt, dass ich es mir nicht merken darf (der Papa singts aber olwei!)
Bis man schaut ist der Adpfent vorbei und Weihnachten auch und so geht das Jahr dahin. Aber eins ist gwiss: der nächste Apfent kommt bestimmt!
copyright angeblich bei toni laurer?!?! wie auch immer... die Geschichte ist NICHT von uns
____________________________________________________________
TRAUMBESCHERUNG - Autor ist uns leider unbekannt!
Ich hab mir etwas ausgedacht -
dass mir bitte keiner lacht!
Dieses Jahr zur Weihnachtszeit,
da beschenk ich weit und breit,
alle Leut - ..... ihr glaubt es kaum?
Jeder kriegt von mir 'nen Traum:
Raben, die Trompete blasen,
bring ich mit, karierte Hasen,
eine Fuhre Gummibärchen,
dreizehn Flaschen voller Märchen,
Bäume, die Spazieren gehen,
Stunden, die ganz Stille stehen,
Hunde, die sich reiten lassen,
frisch gebratenes Eis in Massen,
schnelle Autos für die Kinder,
einen Zauber-Wunsch-Zylinder,
Extra-Väter, nur zum Spielen,
Bälle, die von selber zielen,
eine Müllkippe zu Hause
und 'ne Limonadenbrause
Betten, die im Dunkeln fliegen,
Masern, die wir niemals kriegen,
Sommerschnee auf Rodelwiesen,
aufblasbare bunte Riesen,
Feuerchen, die knisternd brennen,
Mütter, die nicht schimpfen können,
Badeseen an allen Ecken,
Lutschbonbons so lang wie Stecken,
Schulen, nur zum Lachenlernen,
Flüge, weit bis zu den Sternen,
Sofas zum Drauf-rum-zuspringen,
Lieder, die sich selber singen,
Pulver zum Unsichtbarmachen,
ein paar kleine, zahme Drachen,
Katzen, die auf Rollschuh'n rennen,
Morgenstunden zum Verpennen,
Wände, um sie anzumalen,
Nüsse ohne harte Schalen,
einen Löwen zum Liebkosen,
und statt Ärger rote Rosen!
Ein frohes Weihnachtsfest Ihr Lieben!
____________________________________________________________
DER FISCH, DER DAS WASSER SUCHTE (c) 2006 Leopold Zillinger
Es war einmal ein kleiner Fisch. Der hiess Emil. Emil hatte von irgendwo her gehört, dass Fische zum Leben Wasser brauchen. Da er aber noch nie Wasser gesehen hatte, wollte er aufbrechen und das Wasser suchen.
Und so schwamm Emil zu seinem Freund Dagobert, der Kaulquappe. "Was suchst Du?", fragte ihn Dagobert. "Wasser!" antwortete Emil. "Wasser", sagte Dagobert, "gibt es hier nicht. Hier gibt es Steine und Muscheln, grüne und braune Algen, aber Wasser habe ich hier noch nicht gesehen. Und ich bin schon lange in der Gegend hier. Du musst Kuno fragen, den weisen Wels. Der ist schon viel im Meer herumgekommen, und der weiss sicher, wo es Wasser gibt."
So machte sich also der kleine Fisch Emil auf und besuchte Kuno, den Wels.
"Guten Tag, Kuno", grüsste Emil. "Ich bin schon lange unterwegs und suche das Wasser! Aber keiner kann es mir zeigen." "Das Wasser ist vor dir", antwortete ihm der Wels. "Aber vor mir bist du doch!" widersprach Emil, und er schaute sicherheitshalber noch nach rechts und nach links. Aber ausser ein paar Muscheln konnte er nichts entdecken. "Das Wasser ist auch hinter dir", sagte Kuno. Und als sich Emil umdrehte, sah er wieder nichts als die blauschwarze Tiefe und einen Heringsschwarm, der entlang zog. "Ich verstehe dich nicht", sagte der kleine Fisch verzweifelt, "du willst mich wohl zum Narren halten." "Du bist noch sehr jung", seufzte gutmütig der alte Wels, "wenn du Wasser sehen willst, musst du zum grossen Ozean schwimmen. Dort wirst du den alten Wal Juno treffen. Aber sei vorsichtig, es ist dort sehr gefährlich!" Nun machte sich unser kleiner Fisch auf, um das grosse Meer zu suchen und den grossen Wal Juno um Rat zu fragen. Sieben Tage und sieben Nächte schwamm er durch tiefe Meeresschluchten, durch Wälder von Schlingpflanzen und über ebene Sandbänke, bis er endlich ein grosses, schwarzes Ungeheuer mit Zähnen wie Gartenzäune und einem Bauch so breit wie ein Hoftor entdeckte.
Er erschreckte und wollte schon zurück, doch das Ungeheuer hatte ihn bereits gesehen. "Du bist Emil, der kleine Fisch, der das Wasser sucht? Ich habe schon auf dich gewartet." "Und wer bist du?", fragte Emil vorsichtig. "Ich bin Juno, der Wal. Leg dich auf meinen Rücken. Ich werde dir zeigen, wie notwendig der Fisch das Wasser braucht! " Und darauf begann der Wal höher zu steigen und immer höher und immer schneller, dass es dem kleinen Fisch schwindelig wurde, bis der Wal schliesslich aufgetaucht war und wie ein Berg aus dem Wasser ragte. So blieb er an der Oberfläche liegen und rührte sich nicht. Dem kleinen Emil schien der Kopf zu zerspringen. Er zappelte auf dem Rücken des Wals, und es war ihm, als müsste er in der Sonne braten und sterben. " Oh, wenn ich doch im Wasser geblieben wäre!" zuckte es ihm durch seinen kleinen Fischkopf - und dann konnte er sich an nichts mehr erinnern.
Als er wieder aufwachte, lag er auf dem Grund des Meeres im grossen Meerschloss neben dem Wal Juno. "Na, weisst du jetzt, wo das Wasser ist, das die Fische so notwenig zum Leben brauchen?", fragte ihn der Wal und zwinkerte mit seinen Fischaugen. "Das Wasser, das ich so lange gesucht habe, hat mich immer umgeben", sagte Emil etwas verschämt. "Ja, lächelte der Wal, "weil es dir selbstverständlich war, hast du es suchen müssen ..............................